Ausflüge zum Erinnern: Sind Besuche im Konzentrationslager noch nützlich?

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Zurzeit wird heiß diskutiert, ob Schüler noch Mauthausen und Co besuchen sollen? Manche Experten sind der Meinung, dass dies nicht gut sei. Andere wiederum meinen, es macht auf jeden Fall Sinn. Meine Meinung dazu. Ja, es gehört auf jeden Fall zur Geschichte. Ich erinnere mich selbst daran, als ich das KZ damals besuchte. Mir blieb der Atem stecken. Als ich in den Räumlichkeiten stand, wo angeblich das Gas entweichte, da wurde mir anders. Ich hörte die Stimmen, das Weinen der Kinder, die Panik der Frauen und Männer. Es war schrecklich. Da ich die Geschichte meines Urgroßvaters kannte, war es für mich noch schlimmer.

Ich musste mir immer vorstellen, wie er als kleines Kind rumlief und dort Angst hatte. Ich hoffe so sehr, dass Kinder es damals nicht so mitbekamen wie Erwachsene. Mein Urgroßvater meinte, die Eltern taten alles, um die Kinder abzulenken. Sie versuchten es wie ein Spiel zu sehen. Sicher kennt ihr den Film „Das Leben ist schön“. Diesen kann ich allen ans Herz legen. Ich bete jede Nacht, dass es anderen Kindern auch so erging. Das sie es nicht so mitbekamen, wie es war. Kinder sind manchmal stärker als wir glauben. Aber der böse Geist bleibt halt trotzdem. Auch die Kinder haben das Schreien gehört und alles was dazu gehört. Kinder sind feinfüllig. Vielleicht nehmen sie es nicht bewusst auf, aber im Unterbewusstsein bleibt es.

Mein Urgroßvater arbeitete die Geschichte so auf, wie ich im anderen Blogbeitrag schrieb. Er war immer ein bewusster Kerl, der versuchte andere zu verstehen. Er gibt dem Fußvolk nicht die Schuld. Die Politik ist es, die andere aufeinander aufhetzt und auch heute ist es nicht anders, wenn wir uns ehrlich sind. Mein Urgroßvater hasst niemand, weder den einen oder den anderen, aus diesem Grund, weil Hass niemals die Lösung.

Ausflüge in die Konzentrationslager sind wichtig, um Bewusstsein in der Jetztzeit zu erschaffen

Viele junge Menschen in der heutigen Zeit haben kaum noch Bezug zu der damaligen Zeit. Die Großeltern wurden in der Nachkriegszeit geboren und viele ältere Generationen sind bereits tot. Um so wichtiger ist es, dieses Gefühl in Erinnerung zu behalten. Wie gesagt, ich werde den Ausflug niemals vergessen. Viele Dinge begreift man als Mensch erst, wenn man wirklich dort ist, wo etwas geschah. Wir sahen im Vorfeld Schindlers Liste in der Schule, wie auch andere Filme zum Thema. Um so schlimmer war es natürlich, als wir dann in solchen Räumlichkeiten standen und das ganze „miterleben“ mussten. Meiner Meinung nach spürt man als Mensch die Energie an schrecklichen Orten und diese Energie prägt sich stark in unser Unterbewusstsein. Dies hilft einem Menschen dabei, dass dieser nachdenklicher wird und bestimmte Dinge nicht tut. Manche Menschen werden sich dreimal überlegen, ob sie Witze über das Thema machen möchten, falls sie dort waren. Sie werden sich an den Moment erinnern und es lassen. Auch in zukünftigen Situationen, wenn es um den Hass gegen andere Gruppierungen geht, werden es viele sein lassen. Natürlich gibt es immer Menschen, die solche Dinge gut wegstecken können, Menschen, die es absolut nicht berührt. Solche wird es leider immer geben. Aber ein Großteil wird sein Bewusstsein damit schulen.

Ich plädiere an alle Lehrer – redet über die Dinge offen und ehrlich ohne Hass und Wut

Es ist auch wichtig, keinen Hass gegenüber bestimmten Gruppierungen zu entwickeln. Ich finde es schrecklich, wie manche in der heutigen Zeit drauf sind und sofort Leute in eine Schublade stecken, nur weil diese ihre Meinung sagen. Auch hier gehört aufgeklärt, zwischen einer Meinung, und Hass gegenüber Menschen. Wenn dies nicht bald einmal in Angriff genommen wird, sehe ich schwarz für die Menschheit. Redet offen über Ängste, Bedenken und geht aufeinander zu. Nur so können Lösungen erschaffen werden.

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